Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

#91

Es wurde dann doch keine ganze Torte, dennoch staunte ich über Janas großen Appetit.
Nach dem Essen hatten wir immer noch etwas Zeit, ich beschloss, in der Klinik anzurufen.

Wir gingen zur Kommunikationskonsole, ich wählte die Nummer der Klinik. Nach kurzer Zeit erschien ein Gesicht auf dem Bildschirm. Sie wünschen?
Ist Dr. Knochenwitz denn nicht da? Nein, er hat Heute einen freien Tag. Ich bin sein Stellvertreter, Dr. Schneider. Wie kann ich Ihnen denn helfen?
Nun, ich rufe an um mit einer seiner Patientinnen zu sprechen, Sabrina Rose.
Ahh, ja ich bin im Bilde. Dann verbinde ich sie jetzt.
Er nahm eine Schaltung vor, der Bildschirm wurde dunkel, leuchtete nach kurzer Zeit wieder auf und zeigte Sabrina. Heute trug sie ein wallendes Kleid, die Haare waren etwas länger, hinten zu einem Zopf geflochten.
Hallo, das ist ja schön, dass Ihr anruft. Ich hatte gerade vor, euch Anzurufen, wollte Euch etwas sagen.
Na so ein Zufall, rief Jana, was willst Du uns denn erzählen?
Ich habe einen neuen Namen.
Das freut mich sehr für Dich, wie geht es Dir denn überhaupt und willst Du uns deinen neuen Namen nennen?
Natürlich, mein neuer Name lautet, hier machte sie eine dramatische Pause,

AKI REMADRON!


Sie sah uns erwartungsvoll an. Ich gestehe, ich war einen Moment lang sprachlos, der neue Name beunruhigte mich. Ob es Jana ebenso ging?
Was ist? Gefällt er Euch nicht?
Ich überlegte fieberhaft, dann, ich wollte mir nicht zu viel Zeit lassen, sagte ich einfach.
Er klingt seltsam und fremd, Hauptsache ist doch dass er Dir gefällt. Aber, hat er denn eine Bedeutung?
Bedeutung? Nein, um Bedeutung ging es mir nicht. er ist mir einfach so eingefallen. Und da ich ihn schön fand...
Hast Du ihn für Dich ausgesucht, Jana lächelte Aki an. Ich finde den Namen klasse.
Danke, ich wollte noch fragen, ob ihr mich abholen kommen könnt?
Natürlich, sagte ich sofort, es ist nur so, kannst Du es noch drei Tage dort aushalten? Wir haben hier noch etwas zu erledigen, und...
Nein, so meinte ich es nicht, nicht sofort, sie wedelte mit den Händen, es genügt wenn Ihr in zwei Wochen kommt.
Warum erst dann?
Das Krankenhaus feiert sein 200 Jähriges Bestehen, und da findet eine große Show statt, ich möchte dabei mit machen. Die anderen Patienten und ich haben so hart dafür geübt, das will ich ihnen nicht nehmen.
Sie sah dabei so begeistert aus, natürlich wollte ich ihr den Spaß gönnen. Klar doch, sagte ich, mach das, und wenn es Dir nichts ausmacht, dann kommen wir rechtzeitig und sehen zu.
Das würdet Ihr tun? Natürlich. Ja klar.

Großartig, dann bis bald. Sie beendete die Verbindung. Wir konnten nicht mal auf wiedersehen sagen.

Nach ein paar Sekunden sah mich Jana an.
Sag mal ehrlich, findest Du ihren neuen Namen auch schrecklich?
Ich atmete tief durch. Also geht es Dir dabei auch so?
Ja, ich wollte nur nichts sagen, sie war so begeistert, als sie ihn uns nannte.
Ich sehe das auch so, und... ich denke, es ist nicht zu ändern. Sie hat sich den Namen gewählt.
Stimmt, hoffen wir das beste.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

#92

Abends gingen wir zum Galaxy-Dom, suchten unsere Plätze auf. Viele andere Leute waren gekommen oder kamen noch. Dann, nachdem alle Platz genommen hatten, wurde das Licht gedämpft. Eine Stimme begann zu erzählen.

Die Erde, die Wiege der Menschheit ist uns ferne Erinnerung. Um nicht zu vergessen wollen wir die berühmtesten und schönsten Orte zeigen, dort wo Geschichte geschrieben wurde, berühmte Menschen lebten und wichtige Innovationen geschahen. Erleben Sie den Ursprung und seine Geschichte.

Musik setzte ein. Lichtfunken liefen über die Kuppel, formten ein Gebirge, majestätisch und gewaltig waren die Gletscher darauf. Ihre Farbe änderte sich, als eine virtuelle Sonne aufging.
Der Sprecher erklärte uns, wo auf dem Planeten es lag und wie es hieß. Mitten in der Erklärung liefen Elefanten darüber. Nun wurde klar, wir wurden Zeuge von Hannibals Überquerung der Alpen.
Die Alpen stürzten in ich zusammen, die Musik änderte sich und ein tiefer Graben entstand, dazu passende Musik wurde eingespielt. Nach einigen Momenten leuchteten darüber Sterne auf, die Musik wurde gedämpft und der Sprecher erzählte von einem großen Canyon in einem Land namens Amerika.
Viel mehr wurde uns gezeigt und erklärt, der Eiffelturm in Paris, der Louvre, eine Gebäude mit roten Flügeln namens Moulin Rouge, die Ruinen des Kölner Doms. Dann erstaunlich gut erhaltene Antike Ruinen aus einer Gegend namens Griechenland, allesamt mit beeindruckenden Säulen.
Weiter ging es mit einem beeindruckenden Vulkan namens Vesuv, einer zerstörten Stadt namens Pompeji. Dann sahen wir etliche beeindruckende Gebäude einer Stadt namens Rom.
Dann folgten verschiedene Technische Errungenschaften, das Rad, die Dampfmaschine, Elektrizität, die ersten Raketen bis zu einer lächerlich kleinen Raumstationen, die gerade so über der Atmosphäre den Planeten umrundete.
Noch vieles wurde gezeigt und erklärt, die gesamte Vorstellung dauerte zwei Stunden, niemand von den Anwesenden bemerkte, wie die Zeit verging.
Als es vorbei war, tobte ein Sturm der Begeisterung durch den Dom.
Nach der Show trafen wir uns in der größten Bar zur After-Show-Party.
Jana und ich sprachen mit verschiedenen Leuten, bis die Crew endlich dazu stieß, sofort waren sie von Fans und neugierigen Leuten umringt. Es dauerte eine Weile, dann konnten wir uns bis zu ihnen durch schieben, die Frau trug ein neongrünes, knöchellanges Kleid, hielt einen Drink in einem unverschämt großen Glas.

Na hat Euch unsere Show gefallen?
Oh ja, sehr sogar, Jana sprach mit Begeisterung.
Wo habt ihr denn das ganze Bildmaterial her, wart ihr auf der Erde?
Sie lachte, nein, wir waren nie auf der Erde, Du musst wissen, dass es seit Jahrhunderten keinen Transport zwischen Erde und Raumstationen mehr gab. Niemand fliegt runter, oder kommt von der Erde hoch. Das gesamte Bildmaterial samt Dokumentation stammt aus einer Bibliothek vom Armstrong Terminal. Da es public domain ist, konnten wir es frei verwenden. Daraus entstand die Idee für Illumination Earth.

Warum wurde der Verkehr zwischen Erde und all eingestellt?
Das weiß niemand. Es gibt Gerüchte, doch die Wahrheit ist unbekannt.
Gerüchte? Welche Gerüchte?

Ach lauter seltsames Zeug.
Da wird zum Beispiel erzählt. dass auf der Erde niemand mehr lebt, andere meinen, die da unten wären so neidisch auf uns, dass sie nichts mehr mit uns zu tun haben wollen.
Dann gibt es die krasse Idee, dass da unten alle mutiert wären und total schräg aussehen.
Was ich auch noch gehört habe, dass sie es endlich geschafft hätten, den Planeten endgültig kaputt zu machen und sie von irgendwelchen mutierten Viechern aufgefressen wurden.


Boah krass. Glaubst Du, irgendwas davon stimmt?
Wer weiß das schon, offen gesagt glaube ich nichts davon. Die Wahrheit ist wahrscheinlich viel banaler, oder noch verrückter.
Jedenfalls ist der Kontakt zur Erde schon lange abgebrochen.

Wie seltsam. Ich habe davon noch nie gehört. Warum wird weder auf der Pilotenschule noch sonst irgendwo wurde darüber gesprochen?

Tja, darüber habe ich bisher nur ein einziges mal etwas gehört. Da die Erde der Ursprung von uns allen ist, will man sie nicht aufgeben. Es wäre schrecklich, wäre sie wirklich entvölkert. Also schweigt man lieber das Thema tot.
So ist das also. Ich schwieg, dachte nach, das Gespräch zwischen den anderen wurde zu einem leisen Hintergrundgeräusch, das ich kaum wahrnahm.
Bis ich etwas von Jana hörte, dass mich fast von meinem Stuhl fallen ließ.
Was ist? Jana sah mich an, Du bist ja total bleich geworden.
Was hast Du gerade gesagt?
Ich sagte ich will auf so einen Planeten runter, darauf herum laufen. Nicht die kleinen Dinger mit nur dünner, oder gar keiner Atmosphäre, sondern eine richtige Erdähnliche.
Ich war fassungslos.
Du... willst runter zu den Boden... bewohnern?

Boah, da hatte ich mich gerade noch gefangen, fast hätte ich Bodenkriecher gesagt, ein schlimmes Schimpfwort, das Raumfahrer manchmal für Planetenbewohner verwendeten. Dabei war mir nicht klar, ob daraus tatsächlich Ablehnung oder Hass sprach, oder ob es doch Neid wahr.

Jaaa, ich möchte wirklich mal so eine richtige Welt erleben.
Das ist doch großartig, sprach die Frau aus dem Team, Du solltest es wirklich machen.
Wirklich?
Na klar, probier Dich aus.
Der Abend ging noch lange, wir kamen sehr spät zurück auf unser Schiff und gingen erschöpft schlafen.
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#93

KOLUMBUS hat geschrieben: Mo 6. Jul 2026, 20:01Pass auf, begann ich, so ein Schiff wie unseres ist dafür gebaut, im inneren die Atmosphäre zu halten, das bedeutet es muss dem Innendruck genügend Widerstand gegen das Vakuum des Alls entgegensetzten, so dass es nicht aufplatzt wie ein Ei in der Mikrowelle.
Gleichzeitig muss es natürlich Beschuss, gleich welcher Art, aushalten. Es ist ein Balanceakt zwischen den Kräften die von Innen und von Außen wirken.
Dabei muss man beachten dass die Wirkung von Waffen immer nur punktuell wirkt. Also nicht die ganze Hülle auf einmal belastet. Die Kinetische Wirkung kann sie natürlich durchdringen und dadurch auch das Schiff zerstören, aber im normalen Fall verteilt sich die kinetische Energie über die ganze Hülle und wird so wesentlich geringer in der Wirkung.
Fliegst Du mit dem Schiff dagegen in eine für Menschen atembare Atmosphäre, wirkt diese auf die gesamte Hülle gleichzeitig. Übertrifft dabei der Druck pro Quadratzentimeter den Schwellenwert, dann zerdrückt es Dir das Schiff, ehe Du Verdammt sagen kannst.
Jana dachte etwas darüber nach, dann nickte sie. Verstehe. Und so ein Shuttle... Hat eine speziell dafür konzipierte Hülle, dadurch ist es aber sehr viel schwerer als ein normales Schiff. Das macht es wieder nur für diesen einen Zweck nutzbar, da es beim Ab- oder Aufstieg auch noch Fracht und Passagiere befördert, benötigt es Unmengen an Treibstoff und Energie. So ein Trip nach unten ist teuer, aber nach oben wird es richtig heftig.
[ooc]Ich habe es aufgegeben mir jeden Unsinn der Spielmechanik zu erklären und warum eine Beluga obwohl sie 650 mal so groß wie eine Sidewinder nur nur 38 mal so viel wiegt.

Als mich die Kinder -auf der AMPETULA gibt es ja davon nun jede Menge-, mal fragten, wozu man eigentlich eine Planetenanflugsuite braucht und ich ihnen erklärte, dass Planeten Shaderobjekte mit einer Highmap wären, die in einer Physikblase existieren und Schiffe daran zerschellen würden, würden sie diese ohne Planetenanflugsuite anfliegen, haben die Kinder gelacht als hätte ich einen Witz gemacht. Sie meinten: „Der Opa spinnt.“. Und ein besonders Vorlauter meinte sogar: „Ich sag's ja. Niemand übersteht eine Begegnung mit Thargoiden ohne Schaden.“
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

#94

Am nächsten Tag bekam ich die Meldung, dass unser Shuttle eingetroffen war.
Ehe wir uns zum Abflugterminal begaben, besprach ich mich noch mit Jana. Wir kamen überein, dass wir für den Trip am besten die Dominator-Anzüge anlegen sollten. Es würde zwar Aufmerksamkeit erregen, wenn wir mit solch Waffenstarrender Ausrüstung herum liefen, aber sicher war sicher. Nach dem Anlegen befestigten wir noch die Waffen, durch ein Signaturschloss an den Holstern war sichergestellt, dass Niemand anders, als wir selbst die Waffen würden ziehen können. Dann begaben wir uns zum Shuttle, die Container wurden verladen und wir gingen an Bord einer dunkelorange lackierten Keelback.

Im Pilotensitz saß eine Frau in einem senfgelben Pilotenanzug. Hallo Leute, begrüßte sie uns, ich bin Olivia, setzt Euch, zieht die Gurte fest, in einer Minute geht’s los.
Wir nahmen unsere Plätze ein, Olivia leitete den Start ein. Schnell lag die Station hinter uns, sie nahm Kurs auf unser Ziel und leitete den Sprung ein.
Während der Countdown herunter zählte, sah sie zu mir herüber. Sag mal, warum wollen so junge Leute wie ihr eigentlich nach Zettschulpin? Das ist der ödeste Ort in der gesamten Bubble, kaum wer will dort hin. Und noch weniger kommen wieder zurück.
Wir wollen dort nur etwas verkaufen, sagte ich.
Sie sah mich schockiert an, sag jetzt nicht, dass ihr armen Irren die Container voller Plimzippse habt. Genau in diesem Moment endete der Sprung und vor uns tauchte mit markantem Knall der rote Zwergstern auf.

Die Pilotin richtete ihr Schiff aus, nahm die Station ZWIELICHTRING ins Ziel.
Also, sie sah mich wieder an, habt ihr tatsächlich Plimzippse in den Containern.
Ich grinste sie an, korrekt, die Container sind voll damit.
Leute, egal was ihr dafür bezahlt habt, ich sag euch, lasst mich das Zeug in den Stern hinter uns werfen, und ich bring euch wieder zurück.
Warum? Fragte Jana.
Weil, ihr werdet damit kein Geschäft machen, die ziehen euch dort aus bis aufs letzte Hemd.
Ach wir haben für das Zeug nur so an die 5000 Credits bezahlt. Jana übertrieb etwas, ich sagte nichts dazu.
Olivia hustete, egal, die tun dort alles um Euch über den Tisch zu ziehen. Da gibt es nur Gauner, die alles tun, um euch den Letzten Credit aus der Tasche ziehen.
Jetzt sah Jana trotzig aus, DAS werden wir ja sehen, ich hab das Zeug durch die halbe Bubble geschleppt um hier her zu kommen, ich GEBE jetzt nicht auf.
Schätzchen, Du bist ja echt überzeugt von Dir. Na gut ich hab euch gewarnt, aber nehmt wenigstens einen guten Rat von mir an, egal was ihr macht, besorgt euch als erstes das Rückflugticket. Wenn ihr das habt, kommt ihr auf jeden Fall wieder weg.
Stimmt, Du hast anfangs gesagt, dass nur wenige zurück kommen? Hat das was damit zu tun?
Ja klar, es sind etliche Leute dort verschwunden, die Nachforschungen der Angehörigen liefen aufgrund der Regierung ins Leere.

Na das wird ja echt spannend, nach diesen Worten von Jana landeten wir auf der Station.

Im einzigen mittelgroßen Hangar der Station angekommen, mussten wir warten, bis das Schiff seine endgültige Parkposition erreicht hatte. Die Container wurden entladen und wir stiegen aus.
Durch eine Schleuse kamen wir in die Station. Gleich nach der Schleuse befand sich in einem kleinen, durch ein weiteres Schott abgeteilten Raum ein Schalter, an dem man Tickets kaufen konnte. Eine junge Dame in Uniform lächelte uns entgegen.
Ich trat näher und grüßte sie.

Willkommen in der Station ZWIELICHTRING, werte Gäste, was kann ich für Euch tun?
Wir möchten zwei Tickets für den Rückflug kaufen.
Natürlich mein Herr, aber... Wieso haben Sie es so eilig? Möchten Sie nicht zuerst unsere herrliche Station erkunden? Die Tickets können Sie später auch noch erwerben, falls Sie das dann immer noch wünschen.
Bei diesen Worten lächelte sie ununterbrochen weiter, wie sie das schaffte, ich wusste es nicht.
Ihren Worten zum Trotz wollte ich dennoch vorsorgen, hatte noch immer die warnenden Worte des Piloten im Ohr.
Danke für das nette Angebot, ich bin mir aber sicher, dass wir die Station nach unserem Besuch verlassen werden, darum geben sie mir zwei Tickets für den Rückflug.
Selbstverständlich. Sie holte einen Stapel Tickets hervor, legte zwei Tickets davon auf den Tresen, hielt aber ihre Hand darüber. Ich möchte Sie gerne überzeugen, dass der Besuch unserer Station unverbindlich ist und sie die Tickets selbstverständlich später immer noch erwerben können.
Danke ich möchte die Tickets JETZT kaufen. Ich hatte verstanden, dass sie den Verkauf hinaus zögern wollte, warum auch immer.
Natürlich, natürlich, jedoch...
NEIN, wir kaufen die Tickets jetzt, oder...
Jana war neben mich getreten, hielt ihre Waffe in der Hand, den Finger auf der Sicherung. Noch zielte sie nicht auf die Dame, der Lauf war auf den Tresen gerichtet.
Das Lächeln der Verkäuferin verschwand, sie ah sehr erschrocken aus, ihre Hand glitt langsam von den Tickets. Natürlich verkaufe ich so hartnäckigen Kunden wie Ihnen die Tickets sehr gerne jetzt sofort. Das macht...
Ich hörte nicht mehr zu, zahlte den Betrag und nahm die Tickets vom Tresen.
Danke sehr, flötete Jana der nun nicht mehr lächelnden Verkäuferin zu, wir traten durch das Schott und fanden uns in der eigentlichen Station wieder. Etliche Geschäfte fanden sich hier, ebenso die obligatorische Bar, dazu die üblichen Stationseigenen Schalter und Dienste.
Besonders erstaunt war ich über einen Tresen, der auf der anderen Seite der Schottwand genau gegenüber dem Schalter lag, an dem wir unsere Tickets gekauft hatten. Nur schien dieser nicht besetzt zu sein.
Daran drängten sich mehrere Personen, drückten immer wieder auf einen Knopf darauf, worauf jedes mal ein kurzes Klingeln ertönte. Wir beobachteten das Verhalten der Leute, die sehr unruhig und ungeduldig wirkten einige Momente, dann öffnete sich ein bisher nicht zu sehender Durchgang hinter dem Tresen, und zu unserer Verwunderung kam die gleiche Dame hindurch, welche uns die Tickets mit einigem Nachdruck verkauft hatte.
Jetzt lächelte sie aber nicht, ihr Gesichtsausdruck war das krasse Gegenteil, abweisend, distanziert und... angewidert.
Was wollt Ihr denn hier? Selbst ihre Stimme, die uns gegenüber noch freundlich und wohlklingend gewesen war, hatte sich in blankes Eis verwandelt.

Wir wollen Tickets für den Abflug kaufen.
Hab ich Heute nicht mehr, alles ausverkauft.
Sie haben noch kein einziges Ticket verkauft, das ist eine blanke Lüge, hielt einer der anstehenden Personen entgegen.
Waren alle reserviert. Außerdem hab ich keine Tickets mehr, die Kasse ist leer, kein Wechselgeld.
Sie wollte gerade zurück durch die Tür, als ich Jana an mir vorbei huschen sah.
Schneller als ich etwas tun hätte können, war sie über den Tresen gesprungen, stand genau in der Tür und verhinderte, dass die Verkäuferin durch gehen konnte.
Sie haben uns doch eben noch zwei Tickets verkauft, dabei sah ich, dass noch genügend davon vorhanden sind. Warum wollen Sie den Leuten keine verkaufen?
Die Dame wollte sich an Jana vorbei drängen, wurde dabei nahezu handgreiflich, ich war nahe dran, einzuschreiten, doch Jana wurde spielend mit der Dame fertig. Die zusehenden Kunden blickten erstaunt drein, wussten nicht so recht, was sie tun sollten.
Ich warte auf eine Antwort, Jana sah die Dame streng an, warum wollten Sie uns auf der anderen Seite die Tickets nicht gleich verkaufen? Was steckt dahinter? Und WARUM wollen sie diesen Leuten ebenfalls die Tickets verweigern?
Ich habe ihnen doch gar keine Tickets verkauft! Das ist eine glatte Lüge!
Jetzt versuchte sie sich eindeutig heraus zu reden, der Versuch war aber sehr schwach gestaltet.
Ich trat an den Tresen heran, zeigte meine zwei Tickets. Und sie lügen sehr schlecht, ich halte hier die Tickets in der Hand, die sie uns verkauft haben.
Das sind keine echten Tickets, die sind falsch. Offensichtlich wollte sie immer noch nicht aufgeben.
Doch Jana kannte jetzt ebenfalls kein Pardon mehr, sie zog ihre Waffe, entsicherte sie, zorniges Summen und das violette leuchten im Lauf zeigten deutlich die Feuerbereitschaft an. Sie zielte genau zwischen die Augen der Dame.
Ganz schlechte Antwort, sagte Jana, wenn die Tickets falsch sind, gibt es für mich keinen Grund, den Abzug nicht zu betätigen. Meinen Sie nicht auch?
Die Dame versuchte, die Waffe zu fixieren, schielte dabei fürchterlich.
Gaaanz ruhig, die Tickets sind echt, ich...
Wollte gerade allen hier ihr Ticket verkaufen, half Jana ihr weiter.
Natürlich, natürlich, beeilte sie sich, zu sagen. Den Blick dabei verzweifelt auf Janas Waffe gerichtet.
Ich lasse Sie jetzt los, aber die Waffe bleibt genau auf ihren Kopf gerichtet, Jana lockerte den Griff, die Dame trat vorsichtig einen Schritt zurück, drehte sich zögernd um. Atmete tief durch, als sie nach zwei Sekunden immer noch lebte.
Danach beeilte sie sich sehr, die Tickets zu verkaufen.Wir zogen uns langsam zurück, niemand achtete mehr auf uns, die Dame war geflissentlich beim verkaufen, ihre Kunden wollten nur ihre Tickets. Eine günstigere Gelegenheit, uns davon zu machen, würden wir nicht mehr bekommen.
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