Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

#51

Dreissig Minuten später waren fast alle Menschen an Bord, am schwierigsten war es, die Kinder an Bord zu bringen, der Anblick meiner riesigen Anaconda war für die kleinen Leute noch viel eindrucksvoller als für die Erwachsenen. Immer wieder wollten sie stehen bleiben, und nur darauf starren. Doch mit viel Geduld und der Erfahrenen Betreuer aus dem Waisenhaus gelang es doch, alle an Bord zu bringen, ohne zu viel Zeit zu verlieren.
Die schwerste Nuss, die ich jedoch zu knacken hatte, war der Geschäftsmann, als er erfuhr, daß er nicht in einer Kabine unterkommen sollte, sonder auf dem letzten freien Platz im Cockpit, schiss er sich förmlich ein. Am liebsten hätte er das Schiff wieder verlassen. Hier griff jedoch meine Ehre, auch wenn er ausnahmsweise bezahlt hatte und auch wenn er schmierig war, ich hatte versprochen, ihn mit zu nehmen.
Mit Hilfe von Franziska und einem anderen Betreuer gelang es mir, ihn dort zu platzieren,
die Sicherheitsgurte rasteten ein und hielten ihn fest.
Die beiden anderen nahmen platz, schnallten sich an, ihrem routinierten Vorgehen nach waren sie nicht zum ersten mal in einem Raumschiff.
Endlich bekam ich von unten das Go, alle waren an Bord, die Schleusen ordnungsgemäß verriegelt, ich startete die Maschinen, ging die Checkliste routiniert durch. Forderte die Startfreigabe an, musste zwei Minuten warten, dann wurde mir der Startkorridor durch gegeben.
Das Landepad drehte sich, fuhr in die Liftposition, Die Schotten fuhren auf, mein Schiff wurde hoch gefahren. Gleichzeitig fuhren die Reaktoren auf volle Leistung, die Triebwerke erwachten mit dumpfen Grollen, alle Systeme zeigten Grün.
Alpha Lima Alpha Falcon Delacy, sie können in 30 Sekunden starten. Bitte achten Sie auf andere Schiffe.
Verstanden.
Ich griff die Steuerung, war bereit, abzuheben, als über den internen Funk eine Meldung kam.
Wir können die Kinder kaum ruhig halten, all die Geräusche des Schiffes ängstigen sie.
Tut mir leid, gab ich zurück, ich kann an den Geräuschen nichts ändern, das ist für so ein Schiff normal. Haben Sie keine Möglichkeit, die Kinder zu beruhigen?
Nun wenn sie Angst haben, spielen wir ihnen normalerweise Musik vor oder singen mit ihnen.
FRANZISKA rief ich nach rechts, da ist ein Fach rechts an der Konsole, darin ein Datenträger mit Musik, den können Sie in die Bordanlage einspeisen.
Franziska öffnete das Fach, nahm den darin liegenden Datenträger heraus, darauf war die Musik von Cora und Monday. Das einzige was aktuell greifbar war.
Ich weis was zu tun ist, kümmern Sie sich um den Start, rief sie zurück.
12 Sekunden später zog ich das Schiff hoch, während im ganzen Schiff Lay it all on me zu hören war.
Der Flug durch die Atmosphäre war von starken Turbulenzen geprägt, Asche überall, ab und an ein glühender Brocken, der herab stürzte, einer flog in den Schild, zerplatzte in einem gigantischen Funkenregen, die Erschütterungen waren im ganzen Schiff zu spüren.
Endlich waren wir aus der Atmosphäre heraus, der Flug wurde ruhiger. Zügig steuerte ich das nächste Rettungsschiff an. Leider war das große Landepad gerade besetzt, so daß ich warten musste. Die Kinder ließen sich durch die Lieder von Cora und Monday ruhig halten aber im Cockpit hatten wir zunehmend Probleme da sich ein strenger Geruch verbreitete.
Angewidert blickte ich mich um, die beiden Frauen aus dem Waisenhaus sahen angeekelt zu mir herüber, beinahe synchron drehten wir uns zu dem Typ ganz hinten im Cockpit um. Er sah mit wild flackerndem Blick herüber, zuckte mit Armen und Beinen. Bei jeder Bewegung wurde der Geruch im Cockpit intensiver.
Kurz entschlossen aktivierte ich meinen Helm, die Frauen taten es mir gleich. Dann löste den Gurt, schwebte zu ihm hinüber. Dort löste ich den Verschlusszustand seines Anzuges aus, prüfte seine Versorgung mit Atemluft, die Funktion war gewährleistet. Trotzdem würde er seinen eigenen Gestank aushalten müssen, daran ließ sich nichts ändern. Mitleid war hier fehl am Platz
Danach schwebte ich hinüber zur Atmosphärenkontrolle, stellte die Luftumwälzung auf maximale Leistung.
Nach kurzer Zeit war die Atmosphäre im Cockpit gereinigt, und ich konnte den Helm wieder öffnen. Auf meinem Platz zurück, wartete ich, bis endlich die Landerlaubnis durchgegeben wurde.
Das Andocken war schnell erledigt, die magnetische Verriegelung griff, mein Schiff fuhr unter deck und wir konnten mit dem Ausschiffen beginnen.
Ich half den Betreuern, die Kinder von Bord zu bringen, einfach war es nicht, die Kleinen wollten alles mögliche wissen, ständig musste eines der Kinder davon abgehalten werden, bunte Knöpfe zu drücken oder im Schiff falsch abzubiegen, weil das alles ja so spannend und aufregend war.
Am Ende waren alle draußen, ohne daß mein Schiff explodiert oder mit aktivem Boost durch die Schotten gegangen war. Die beiden Frauen sprachen noch mit mir, da sie ihren Dank ausdrücken wollten.
Und entschuldigen sie das Chaos. Nicht doch, es sind halt Kinder.
Trotzdem, wir müssen Ihnen noch danken, die Musik hat den Kindern sehr gefallen und sie beruhigt, wo können wir sie denn bekommen? Oh, die beiden sind regionale Künstler, wohl nicht über das eigene System hinaus bekannt. Leider dürften sie das kaum wo anders bekommen.
Aber.. Moment, bitte waren Sie noch kurz.

Siedendheiß war mir eingefallen, daß ich ja noch etliche Datenträger von dem Album an Bord hatte. Ich lief schnell zurück ins Schiff, dorthin, wo ich sie eingelagert hatte. Der kleine Behälter enthielt immer noch alle Module, ich nahm eines heraus, eilte wieder zurück zum Schott.
Hier bitte, nehmen Sie. Auf die Frage, ob ich ihn nicht mehr brauchte, erwiderte ich, noch mehrere davon zu haben.
Wieso haben sie denn so viele davon? Ach ich habe es zu dem Zeitpunkt für eine gute Idee gehalten, da mir die Lieder gefallen haben, so konnte ich die Künstler ein klein wenig unterstützen.
Dann danke ich dafür, auch daß Sie uns alle gerettet haben, wenn doch nur die Anderen auch so viel Glück hätten...
Welche anderen?
Ähm, die anderen Waisenhäuser, wir waren da unten nicht das einzige.
Wie viele gibt es denn da unten noch? Mit uns waren es 12 Einrichtungen.
Und die warten alle noch auf den Abtransport?
Ja, sehen Sie, elternlose Kinder haben da nicht grade die höchste Priorität.
Haben Sie denn Kontaktdaten für mich?
Kurze Zeit später war ich auf dem Weg zurück zur Station, im Datenspeicher meines Anzuges 11 Adressen die ich aufzusuchen gedachte.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

#52

Der Verkehr im Orbit des Planeten hatte erheblich zugenommen, eine Asp Scout kreuzte beim Aufstieg gefährlich nahe meinen Kurs, andere Schiffe stiegen in Formation ab, oder waren dabei, den Planeten zu verlassen.
Der Stationsfunk arbeitete hart, alles in geordneten Bahnen zu halten, die meisten Schiffe achteten auf deren Anweisungen, dennoch gab es natürlich immer den einen oder anderen Piloten, der sein eigenes Ding durchziehen musste.

Ich war im vorgegebenen Korridor, flog auf mein Landepad zu, als eine Dolphin mit Vollschub an mir vorbei zog.
Der Pilot wusste anscheinen nicht, was er tat. Viel zu schnell flog er auf das benachbarte Landepad zu. Ich bremste mein Schiff, entsetzt beobachtete ich wie er mit viel zu hoher Geschwindigkeit immer näher heran kam, die vorderen Bremsdüsen feuerten gleichzeitig mit der Hauptschubdüse. Das Schiff geriet ins Trudeln.
Im Funk mischte sich wildes Geschrei mit gebrüllten Anweisungen.
Schub heraus nehmen! Schub zurück, war zu hören und ahhhhh, mein neues Schiff. Dazu wilde Schreie aus dem Hintergrund, irgend jemand schrie etwas von neureichem Pilot ohne Ahnung.
Es nutzte alles nichts, das Schiff verfehlte das Pad, knallte mit viel zu hoher Geschwindigkeit an die linke Begrenzungsstrebe. Funken sprühend platzte der Schild, Trümmer flogen in alle Richtungen, Rauch, noch mehr Funken und blaue Blitze aus gerissenen Energieleitungen schufen ein surreales Bild der Zerstörung. Das zerfetzte Schiff fiel auf blanken Fels, rotierte noch eine Weile, bis die Bewegungsenergie aufgezehrt war. Rettungseinheiten stürmten heran und begannen mit der Bergung.
Ich bekam ein neues Pad zugewiesen und konnte das dramatische Geschehen nicht länger verfolgen.
Kaum gelandet, lief ich einer Eingebung folgend zuerst in den Laderaum, holte die restlichen Tonträger heraus und deponierte sie im Cockpit.
Danach suchte ich das nächste Waisenhaus auf, es dauerte eine weile, bis ich den Leiter überzeugt hatte, das Einschiffen war hier etwas langwieriger, da man sich nicht vorbereitet hatte.
Wieder eine neue Erkenntnis, ich brachte die Verantwortlichen zu meinem Schiff, überließ es ihnen, die Kinder an Bord zu bringen. Nach meiner Schätzung würden sie etwa zwei Stunden brauchen, die würde ich nutzen.

Sofort suchte ich das nächste Waisenhaus auf. Dort war die Leiterin ebenso überrascht und unvorbereitet. Glauben wollte man mir auch nicht. Nach ein paar zähen, oft wiederholten Erklärungen hatte ich sie soweit daß sie die Kinder ihre Sachen packen ließ und eine längst fällige Zählung durch führte. 105 Menschen waren zu evakuieren, ich notierte mir alles, sah auf die Uhr, etwas über eine Stunde hatte ich hier gebraucht. Ein kurzer Blick im Hangar überzeugte mich, daß ich noch etwas Zeit hatte. Darum machte mich auch noch auf den Weg zum nächsten Haus.

Auch dort dauerte es ein wenig, bis ich mein Anliegen glaubhaft vermittelt hatte. Zumindest wusste die Leitung; bestehend aus zwei Männern; auf Anhieb, daß hier 311 Seelen zu evakuieren waren. Ich erklärte, daß dafür zwei Flüge nötig wären und sie begannen sofort, zwei Gruppen zu bilden.
Nun eilte ich zurück zum Schiff, die letzten Kinder wurden gerade angeschnallt, alle waren an Bord. Ich begann mit den Startvorbereitungen, legte ohne lange zu überlegen die Musik von Cora und Monday auf die Bordanlage, und forderte die Startfreigabe an.

Die nächsten beiden Flüge gab es keine Probleme, ich schiffte die Kinder im Rettungsschiff aus, überreichte ein Exemplar der Musik von Cora und Monday, verabschiedete mich unter Dankesrufen und flog wieder hinunter auf den Planeten.
Die zweite Gruppe des Waisenhauses wurde von mir zum Schiff geführt, wieder würde es etwas dauern, da konnte ich genauso gut das nächste Haus aufsuchen und die Leute dort vorbereiten.
Ich eilte durch die Gänge, im entsprechenden Sektor angekommen bemerkte ich, daß hier wohl die reicheren Leute lebten, auf dem Gang lag Teppich, die Wände waren frei von Graffiti und selbst die Atmosphäre schien besser gefiltert zu sein. Das Schott, hinter dem das Waisenhaus sich befand, war makellos, der Rufknopf glänzte wie neu.

Kaum hatte ich ihn betätigt, glitt das Schott beiseite und ich wurde förmlich hinein gezerrt. Eine junge Dame hatte meine Hand gegriffen und daran gezogen, das konnte ich gerade noch erkennen, ehe sie sich auch noch an mich schmiegte und umarmte, so eng, daß ich alle ihre Kurven durch ihren hautengen Pilotensuit spürte. Mit der Stimme eines Engels flötete sie mir ins Ohr.
Da bist Du ja endlich, wir warten schon eine Ewigkeit, daß Du uns abholst.
Wie... was... ich war viel zu verdattert von der sinnlichen Umklammerung, bekam kaum ein sinnvolles Wort heraus.
Nadja, lass ihn los, komm hier herüber.
Kaum hatte die harte männliche Stimme gesprochen, wurde ich los gelassen und das Mädchen ging in den hinteren Bereich des Raumes. Seltsamerweise war es dort so dunkel, daß man kaum mehr als die Konturen von mehreren Menschen erkannte.
Ein Mann trat langsam näher, als er ins Licht kam, sah ich, daß er einen Dominator trug. Entgegen aller guten Sitten hingen sogar Waffen in den Rückenholstern zwei große Zweihandwaffen und eine Pistole, von der ich nur den schwarzen Griff sehen konnte, der aus dem Holster ragte.
Sie kommen spät, waren die ersten Worte die er an mich richtete.
Spät? Nein, Sie konnten doch nicht wissen daß ich komme, wie könnte ich da verspätet sein.
Was? Jetzt schien er verwirrt, wurden sie nicht vom imperialen Hof geschickt?
Imperialer Hof, was zum Kometen soll ich denn mit denen zu tun haben?
Seine Hand wanderte zum Griff der Pistole. Misstrauisch sah er mich an. Was wollen Sie dann hier?
Ich blickte mit Besorgnis auf die Hand, die über dem Griff der Pistole schwebte. Nun, ich habe ihre Adresse von der Leiterin eines anderen Waisenhauses bekommen und wollte ihnen anbieten, sie mit meinem Schiff zu einem der Rettungsschiffe zu bringen.
Warum sollten Sie das tun? Oder, hm, sie wollen wohl was verdienen Mister, da sind...
Nein, ich will kein Geld von Ihnen, da liegen sie falsch. Ich habe erfahren, daß Ihre Schützlinge von den örtlichen Behörden nicht gerade bevorzugt befördert werden und deshalb beschlossen, das selbst in die Hand zu nehmen.
Kommt mir komisch vor, Mister, niemand ist so...
Aus dem Dunkel im Hintergrund kam eine Stimme. Bill, wir sollten das Angebot annehmen, der angekündigte Pilot ist seit zwei Tagen überfällig. Wenn er nicht kommt, hängen wir hier noch lange fest.
Hmmm, er hatte die Hand noch immer über seiner Waffe, trat näher an mich heran, musterte mich lange.
Schließlich bewegte sich die Hand, die Waffe blieb im Holster, wie ich beruhigt fest stellte.
Sie sind wohl ein verdammter Idealist, was? Sieht man heutzutage selten.
Naja, sie könnten mich auch als Bruder im Geiste betrachten, ich wuchs auch in einem Waisenhaus auf.
Ach so ist das, dann... Wir sind hier nur 30 Leute, die Mädchen, meine drei Kollegen und ich.
Nur 30? Dann kann ich sie auch gleich mit nehmen, in meinem Schiff ist neben den anderen Kindern noch genug Platz.
Andere Kinder?
Ja ein anderes Waisenhaus, das stört Sie doch nicht? Immerhin kommen Sie so schneller von hier weg.
Er sah mich noch einmal lange an. Dachte wohl nach, dann rief er nach hinten. Mädels, wir rücken ab. Alle Gepäck schultern, antreten und durch zählen.
Ein wenig verwundert sah ich, daß aus dem Dunkel der reihe nach 26 junge Damen vor traten, alle trugen einen dunkelgrauen, hauteng anliegenden Pilotensuit und schulterten eine vakuumdichte Reisetasche. Auch wenn sie noch jung waren, strahlten sie eine Attraktivität aus, die ihresgleichen suchte, selbst ein etwas pummeliges Mädchen wirkte, als würden Männer in ihrem Orbit verglühen. Drei weitere Männer im Dominator, ebenfalls bewaffnet traten am Ende aus dem Dunkel.
Die Mädchen stellten sich in drei Reihen auf, zählten laut durch. Dann nickte der erste mir zu, wir sind bereit. Oh das ging aber flott, normalerweise müssen die Kinder erst packen.
Nein, sehen sie, wir hätten schon vor zwei Tagen abgeholt werden sollen, darum auch die herzige Begrüßung von Nadja. Das Mädchen welches mich anfangs so stürmisch begrüßt hatte stand in der zweiten Reihe, winkte herüber und zwinkerte.
Tatsache ist, der Pilot ist bis jetzt nicht gekommen, daß Sie hier jetzt auftauchen ist wohl großes Glück für uns.
Nachdem ihr Pilot nicht aufgetaucht ist, haben Sie wohl Recht, wollen wir dann aufbrechen?
Klar, los geht es Mädels. Mit beispielloser Ordnung verließen wir den Raum und ich führte sie zu meinem Schiff. Auf dem Weg war ich über die Disziplin der Jungen Frauen doch sehr verwundert. Sie liefen im Gleichschritt, mit exakt gleichem Abstand zueinander, keine sprach auch nur ein Wort, die vier Männer eskortierten sie, zwei vorne und zwei hinten zu meinem Schiff.
Dort angekommen schifften gerade die letzten Kinder des anderen Hauses ein. Die Mädchen stellten sich wieder sauber auf, zählten noch einmal durch, und gingen dann ebenso geordnet an Bord.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

#53

Der Flug verlief reibungslos, wir erreichten das Rettungsschiff, dockten an und die Ausschiffung begann.
Die Kinder der zweiten Gruppe aus dem Waisenhaus verließ das Schiff, danach kamen die 26 Mädchen dran, sie gingen geordnet von Bord. Wieder stellten sie sich vor dem Schiff auf, ihre 4 Begleiter vor ihnen. Dann begannen sie, durch zu zählen.
Das Licht wechselte zu rot, Alarm ertönte, dann eine Stimme, Alarm, Einschlag steht bevor. Alarm, Einschlag...
Eine gewaltige Erschütterung durchlief den Hangar, riss mich von den Füßen. Kreischen, donnern, und gewaltiger, undefinierbarer Lärm. Das Licht fiel aus, vollkommene Dunkelheit brach über uns herein, dann ein lautes zischen, mein Helm aktivierte sich. Sofort wurde es stiller, jedes noch hörbare Geräusch dumpfer. In der Dunkelheit wurde alles leiser, verklang, ein letztes schwaches säuseln. Danach vollkommene Stille.
Ich schwebte in der Dunkelheit, begriff, daß das Schiff Leck geschlagen war. Nur mein Atem und die von der Technik in meinem Anzug verursachten Geräusche war noch zu hören.
Ich musste mich orientieren, aktivierte den Scheinwerfer. Im Vakuum stanzte das Licht einen harten Kreis an die Wand, auf dich ich gerade blickte, wanderte daran entlang, kam an eine Kante, wanderte darüber. Dann kamen mehrere Personen ins Licht, teilweise schwebten sie wie ich rotierend im Raum, andere hatten Glück gehabt und ihre Magnetkontakte hatten gehalten. Bei einigen von mir kurz angeleuchteten Personen regte sich etwas, jetzt gingen nach und nach weitere Scheinwerfer an.

Immer noch war ich jedoch ganz alleine mit mir, der Funk musste aktiviert werden, ich schaltete auf den allgemeinen Kommunikationskanal. Sofort ertönten unzählige Stimmen, zu viele Menschen riefen, schrien, versuchten sich Gehör zu verschaffen. Verhinderten durch die fehlende Funkdisziplin, daß auch nur eine einzige Person etwas vernünftiges sagen oder hören konnte.
Das Umschalten auf den Notkanal ging mir schnell von der Hand. Hier war es disziplinierter, ich konnte mehrere Leute miteinander Sprechen hören.
Eingeschlagenes Schiff ist vollkommen zerstört. Es hat auf der dritten Hangarebene ein 205 Meter langes Leck geschlagen. Die Reparatur ist vor Ort nicht möglich.
Eine weitere Stimme: Rettungskapseln treiben im All, Rettungseinheiten ausschwärmen und einsammeln.
Hauptstromleitung ist zerstört, Notumschaltung einleiten.
Im Hangar gehen rot leuchtende Notlampen an, nach einer gefühlten Ewigkeit in Finsternis, nur durchbrochen von den Anzugleuchten, erscheinen sie mir unerwartet grell.
Gerade rotiere ich nahe dem Boden, doch wo genau?
Ich versuche mich zu orientieren, entdecke mein Schiff schräg über mir an der Wand. Nein, ich lag falsch, das was ich für den Hangarboden gehalten hatte, war die Wand.
Was gerade noch Oben war, wird durch die Erkenntnis zu Unten. Zu schnell lässt sich das Gehirn in der Schwerelosigkeit täuschen, verlieren normale Vektoren ihre Bedeutung.
Im Hangar treiben die Mädchen und ihre Betreuer, wenige sind noch auf dem Boden magnetisch verankert, keiner ist einer Wand nahe genug um sich aus der Schwebe zu befreien.

Viel wichtiger ist aber, daß mein Schiff nicht mehr auf dem Landepad steht, es schwebt knapp darüber, hat sich leicht gedreht.
Durch meine Eigenrotation fällt es mir schwer, es lange genug zu sehen, die Hangarwand kommt wieder in mein Blickfeld, was kann ich tun um aus der Schwebe heraus zu kommen? Die Magnetkontakte in den Schuhen müssten noch aktiv sein, ich habe sie nicht abgeschaltet. Als ich von der Wand weg rotiere, kommt ihr der rechte Fuß näher, also versuche ich, ihn näher heran zu bekommen, es klappt, ich verspüre ein leichtes Ziehen am Fuß. Meine Rotation wird leicht gehemmt, erfährt ein neues Momentum, der zweite Fuß kommt dadurch der Wand näher.

Endlich, die Magnetkraft reicht aus, es zieht mich an die Wand und ich kann mich dort verankern.
Einen Moment taumele ich, bis ich die Bewegungsenergie ausgeglichen habe.
Dann sehe ich zu meinem Schiff, hat es sich weiter bewegt? Ja, jetzt wo ich lange genug hin sehen kann, erkenne ich, daß sich der Bug ganz langsam auf die Schottwand zu bewegt. Noch ist genug Zeit, hoffe ich und laufe ich so schnell es geht in Richtung meines Schiffes. Irgendwie muss ich es erreichen, ehe es dagegen prallt. Selbst in der Schwerelosigkeit ergibt sich eine Katastrophe, trotz fehlendem Gewicht hat es immer noch eine immense Masse. Einen Menschen der zwischen Schiff und Wand käme, würde es zu Molekülbrei zermalmen.
Viel zu langsam komme ich voran, Eile ist kaum möglich, will ich nicht wieder den Kontakt verlieren und hilflos herum treiben.
Noch auf dem Weg zum Schiff erkannte ich, daß ich nicht rechtzeitig ankommen würde.

Während meiner Hatz hatte ich auch nicht mehr auf die Nachrichten im Funk geachtet.
Hatte da nicht gerade Jemand etwas von der Hauptstromversorgung gesagt?
Tatsächlich aktivierte sich die normale Beleuchtung. Auf dem Landepad leuchtete die Landebefeuerung auf. Aus dem Funk drang ein ACHTUNG, Magnetverankerung wird reaktiviert!
Mein Schiff bewegte sich ruckartig, doch nicht auf die Wand zu, sondern zurück auf das Landepad, richtete sich automatisch aus, die Landestützen schrammten funkensprühend in die korrekte Lage, verharrten dort magnetisch gehalten, zusätzlich rasteten die mechanischen Klammern ein.
Ich atmete auf, es war dennoch knapp gewesen.
Weiter ging ich auf mein Schiff zu, stieg ein, ging ins Cockpit und überprüfte alles.
Wie ich erleichtert feststellte, waren keine großen Schäden entstanden, nur das Landegestell war leicht verzogen. Das Schiff war weiterhin flugfähig.

Ich wechselte den Anzug, der Maverick hatte die besten Schubdüsen. Genau das was ich jetzt brauchte.
Vor dem Schiff sah ich mich um, eines der Mädchen war mir am nächsten. Ich deaktivierte die Magnete, nahm Maß und sprang, als das Mädchen genau zu mir herüber sah.
Rasch kam ich ihr näher, sie streckte Ihre Arme aus, rotierte dadurch langsamer. Mist, so würde ich sie verfehlen, dachte ich, sie registrierte, was passierte, zog Arme und Beine an, ihre Rotation wurde dadurch schneller. Genau als ich an ihr vorbei trieb, streckte sie mir ein Bein entgegen, ich packte es. Unsere Bewegungsenergie addierte sich in der Schwerelosigkeit, wir rotierten schneller um mehre Achsen.
Ich hatte sie immer noch nur am Bein, so konnte ich nichts mit den Schubdüsen machen, also hangelte ich mich an ihrem Bein hoch, bis sie sich von selbst an mich klammerte. Vorsichtig nutzte ich die Düsen, um unsere gemeinsame Rotation zu stoppen, dann brachte ich uns zum Deck, unsere Magnete rasteten ein. Wir standen sicher, sie löste sich von mir, nickte mir dankbar zu.
Ich sah mich um, wen ich als nächstes aus der Schwerelosigkeit befreien wollte.

Eine Personenschleuse öffnete sich, mehrere Leute in Raumanzügen kamen herein, begannen, die herum treibenden Personen aus der Schwebe zu holen.
Im Funk hörte ich die Durchsage:
Achtung, das Rettungsschiff ist schwer beschädigt und wird in der nächsten Stunde für notwendige Reparaturarbeiten in ein Dock verlegt. Alle Flüchtlinge werden vorher in die Kabinen verbracht. Schiffe, die flugfähig sind, müssen die Landeplätze vor dem Sprung Räumen, alle anderen Schiffe werden im Zielsystem zur nächsten Raumstation verbracht.
Während der Durchsage wurden die Mädchen und ihre Begleiter eines nach dem anderen zur Mannschleuse gebracht und durch geschickt.
Einer der Begleiter, kaum aus der Schwebe geholt, stellte sich mit ausgebreiteten Armen vor das Schott, protestierte, halt, wir müssen durchzählen ehe sie weiter gehen können. Sofort blickte er in die Läufe zweier Gewehre. Mister, wir haben keine Zeit dafür, Sie können ihre Leute zählen, nachdem ihnen allen Quartiere zugewiesen wurden.
Angesichts der Übermacht des Schiffspersonals hatten er und seine Kameraden keine andere Wahl, er wurde rigoros durch die Schleuse gebrach, die Mädchen hinterher, seine restlichen Kameraden ebenfalls.
Einer der Leute fragte im Funk.
Wo ist der Pilot des Schiffes?
Hier, ich hob die Hand, allein durch den Funk hätten sie nicht gewusst, wo ich bin.
Einer der Leute kam zu mir herüber. Sir ist ihr Schiff flugfähig?
Ja, ist es. Sind sie sicher? Ja ich habe es schon überprüft. Abgesehen davon wollte ich sowieso nicht an Bord bleiben, unten auf dem Planeten sind noch viel zu viele Menschen die auf Rettung warten.
Alles klar, sobald die Leute alle raus sind, können Sie starten. Er gab im Funk durch. Hangar 7 wird geräumt, danach Start des Schiffes. Pilot ist anwesend und hat bestätigt.
Roger. Hangar wird geräumt.

Ich ging an Bord, bereitete mich auf den Start vor.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

#54

Im freien Raum konnte ich mir das Rettungsschiff ansehen. Der Schaden war deutlich zu sehen, an verschiedenen Stellen sprühten aus beschädigten Energieleitungen Funken aus.
Sehr bald musste ich Distanz aufbauen, da das Megaschiff den Sprung einleitete.

Im Systemfunk wurde die Ankunft eines anderen Rettungsschiffes in den nächsten drei Stunden angekündigt, bis dahin wollte ich die nächsten Menschen vom Planeten geholt haben.
Ich ging auf Kurs und leitete den Abstieg ein. Näherte mich dem Planeten.
Ein Signal zeigte an, daß ich einen Funkanruf bekam, neugierig öffnete ich den Kanal und meldete mich.
Hallo AL, tönte es aus dem Audiofeld, ich bin´s Marc, wie geht’s Dir denn?
Marc, ein Jugendfreund aus dem Waisenhaus. Er war zwei Jahre vor mir erwachsen geworden und hatte danach sein Glück im All gesucht. Sicher hatte Hella ihn hier her gerufen.
Soweit gut, danke und selbst?
Bestens Al, bestens. Biste auch hier um die Leute vom Planeten zu retten?
Ja schon seit Tagen, aber es sind noch so viele Leute zu retten. Darum hab ich Hella angerufen und gebeten, Euch alle hier her zu rufen.
Ah, so war das, na da sind wir ja hoffentlich noch rechtzeitig gekommen.
Wir?
Ah, das weißt Du ja nicht, ich hab geheiratet, hab ne tolle Frau mit einem Reisebüro.
Wir fliegen sonst reiche Touristen zu allen möglichen Sehenswürdigkeiten.
Aber für hier haben wir die ganzen Luxuskabinen raus gehauen und Economys in die Orcas eingebaut.

Orcas? Mit wie vielen...?
Sechs Orcas, alle die wir haben. Ich flieg eine, meine Frau und ihre vier Brüder. Eigentlich hätten wir gestern damit reiche Schnösel zu nem Neutronenstern fliegen sollen, aber das hier ist wichtiger.
6 Orcas? Wie viele Leute passen da denn auf einmal rein?
Je Schiff 92. Aber lass uns nicht soviel reden, die da unten warten.
Hast Recht, wenn das vorbei ist, können wir uns ja in der Bar auf der Station treffen.
Okay, und jetzt ans Werk.
Ich nahm meinen Kurs wieder auf, wurde beim Abstieg von zwei Orcas überholt, auf dem Radar konnte ich hinter mir noch vier weitere Signale sehen.

Wieder auf der Station suchte ich das nächste Waisenhaus auf.
68 kleine Mädchen wurden von 7 älteren Nonnen betreut. Nachdem ich sie überzeugt hatte, gingen sie mit großer Freude daran, die Mädchen zu meinem Schiff zu bringen.
Die Zeit, die sie für die Einschiffung brauchten, nutzte ich, um das nächste Waisenhaus zu informieren. Dort gab es nur zehn Personen, neun Kinder und einen Aufseher. Diese nahm ich auch gleich mit zum Schiff. Unterwegs griff ich noch weitere Leute auf, füllte so die Kabinen auf meinem Schiff.
Kaum waren alle eingeschifft, flog ich sie zum nächsten Rettungsschiff, sie schleusten aus, ich begann die nächste Tour.

Am diesem Tag meldeten sich noch weitere Freund und Bekannte aus meiner Zeit im Waisenhaus.
Sie alle flogen unterschiedliche Schiffe, groß, mittel und auch klein, jedes mit unterschiedlicher Passagierkapazität. Nicht jeder war hier gern gesehen, der eine oder die andere hatten ein Kopfgeld , oder waren aufgrund der mit ihnen assoziierten Macht höchstens geduldet.
Doch darauf kam es nicht an, jeder Platz zählte, jeder Flug und jede gerettete Person, alles andere war egal.

Die erstaunlichste Begegnung hatte ich jedoch unten in der Station. Auf dem Weg zu einem weiteren Waisenhaus begegnete mir Cora, sie trug einen giftgrünen Pilotenanzug, hatte eine große Menge Leute im Schlepptau.
Hallo Cora, Du hier?
Ja, Du hattest doch bei uns angerufen und um Hilfe gebeten.
Ich, bei Euch? Ich habe doch gar nicht eure Rufcodes.
Ach? Dann hast nicht Du bei Karl angerufen?
Karl? Ja klar, aber. Du gehörst dazu?
Aber klar, wir sind alle von der selben Familie.
Jetzt versteh ich es. Und Du fliegst auch Leute raus, wie ich sehe.Ist Monday auch hier?
Nein, sie fliegt keine Schiffe, sie macht nur Musik. Was anderes wollte sie nie tun.
Oh okay, welches Schiff fliegst Du denn?
Eine Dolphin, ich bring zwar nur 38 Leute rein, aber dafür bin ich schnell und wendig.
Freut mich, jede Person, die wir hier raus bringen, zählt.
Seh ich auch so, also lass uns nicht länger reden, machen wir weiter.
Sie winkte kurz und lief mit ihren Passagieren weiter.

Ich machte auch weiter, nach drei Tagen hatte ich nur noch ein Waisenhaus zu evakuieren.
Hier herrschte unter den Kindern eine angespannte Stimmung. Ihre Betreuer hatten große Mühe, sie zum Aufbruch zu bewegen. Wir wollte gerade los, da weigerte sich ein kleiner Junge, hartnäckig hielt er sich an einem Griff fest und schrie, ich will nicht evakuiert zu werden, nicht ohne Mister Knurr. Ein Betreuer redete laut auf ihn ein, hatte aber keinen Erfolg, er wurde immer nervöser, es sah aus als würde er gleich handgreiflich werden.
Hier musste ich einfach eingreifen, ich zog den Betreuer von dem Kind weg. So geht es nicht, wer ist Mister Knurr? Fragte ich ihn.
Das ist seine Katze, wir haben ihm ganz genau erklärt, daß es zu wenig Platz auf den Schiffen gibt, und Niemand bereit ist, ein Haustier mit an Bord zu nehmen.
Nun, NIEMAND mag so handeln, ich aber nicht, das wäre nicht die erste Katze, die mit mir fliegt.
Ich ging zu dem Jungen, beugte mich herunter und sagte zu ihm, Du kannst deinen Mister Knurr mit an Bord nehmen.

Jetzt geht es los, sagte einer der Betreuer leise im Hintergrund, ich beachtete das aber nicht.

Der Junge strahlte mich an, lief nach hinten und kam mit einer silbergrau getigerten Katze an einer Leine zurück.
Na also, das wäre erledigt, sagte ich, und wollte mich gerade zum Schott wenden, als ein kleines Mädchen an meinem Bein zupfte.
Wenn Mister Knurr mit darf, kann ich dann auch meinen Wuffi mit nehmen? Fragte sie mich mit großen feuchten Augen. Wuffi? Mein Wauwau. Du passt doch sicher gut auf, daß dein Wuffi sich an Bord benimmt, oder? Aber klar Mister, mein Wuffi ist ganz brav.
Dann freue ich mich, Dich und deinen Wuffi an Bord zu haben.
Ein weiteres Mädchen fing an zu weinen, ich will auch meinen Fluffi mit nehmen, dann ein Junge, und was ist mit meiner Schleichi, immer mehr Kinder meldeten sich und fragen nach ihrem Haustier.
Oh nein, sagte einer der Betreuer, da haben sie wohl die Kiste der Pandora geöffnet.
Hat hier jedes Kind ein Haustier? Fragte ich.
Ja, das ist teil unseres Erziehungsprogramms, in der aktuellen Situation bereitet es uns aber größere Probleme als wir erwartet hatten.
Weil Sie davon ausgehen, daß kein vernünftiger Pilot die Tiere mit an Bord lässt?
Richtig, und Sie? Sie sind doch vernünftig?
Ich musste lachen. Wenn Sie damit meinen, daß ich weiß wie man ein Schiff sicher fliegt, dann ja.
Allerdings verstehe ich nicht, daß sie den Kindern zumuten, ihre geliebten Haustiere zurück zu lassen.

Was sollen wir denn tun, Mister? Die Kinder hier lassen? Sicher, es ist grausam, die Tiere hier zu lassen und zu wissen, daß sie sterben werden, aber...
Kein Aber, packen Sie zusammen, nehmen sie die Kinder und ihre Tiere und bringen sie alle an Bord, Irgendwie wird das schon gehen.

Letztendlich hatte ich die Kinder samt ihren Haustieren an Bord, darunter Katzen, Hunde, Vögel, eine Schildkröte, mehrere Hamster und sogar eine ganze Ameisenfarm.
Andere Menschen nahm ich sicherheitshalber diesmal nicht mit an Bord, da ich nicht wusste wie der Flug verlaufen würde.
Die Katzen und Vögel kamen in der Schwerelosigkeit recht gut zurecht, den Hunden bekam das ganze weniger gut, die Kinder mussten nach der Landung das eine oder andere Häufchen entfernen. Die Betreuer versicherten mir, dies wäre für sie Routine.
Wie die Ameisen das ganze überstanden hatten, erfuhr ich nicht, obwohl es mich doch interessiert hätte.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

#55

Nach dem Flug musste ich einen kleinen Zwischenstopp machen und die Passagierkabinen reinigen lassen. Danach flog ich schnellstmöglich wieder hinunter zu der Station und machte dann mit allen möglichen Leuten auf den Gängen weiter.
Immer wieder traf ich Freunde von Früher, entweder in der Station oder im Flug, es trafen nach und nach noch viele ein und halfen bei der Evakuierung.
Nach und nach wurden die Gänge leerer. Aber auch der Flug zur und von der Station wurde immer schwieriger. Die Lava kam näher, die Dichte der Atmosphäre nahm zu.
Zwei Tage, bevor die Experten den Moment prognostizierten, an dem es nicht mehr möglich war, den Planeten mit einem normalen Raumschiff an zu fliegen, würde jedoch die Lava die Station erreichen. Wir alle intensivierten unsere Anstrengungen, das Personal suchte die letzten Nachzügler in den hintersten Winkeln der Station zusammen, jetzt so kurz vor der Katastrophe dachte niemand mehr an Credits, alle arbeiteten zusammen. Endlich waren alle Zivilisten evakuiert, nur noch wenig Personal vor Ort, im letzten Moment schafften wir es, sie von der Station zu holen.

Im Orbit beobachtete ich, wie die letzten Schiffe mit Personal starteten, kurz bevor die Lava bei der Station eintraf. Sie traf auf die Außenwand der Station, schwappte hoch, wogte wieder zurück. Kühlte an dem Metall, das die Hitze aufnahm ab, eine schwarze Kruste bildete sich. Langsam näherte sich die nächste Welle, die dünne Kruste brach auf wurde von der Lava verschluckt, die an der Wand ein klein wenig höher schwappte, ehe die kinetische Energie von der Gravitation aufgezehrt war und sie wieder zurück wogte. Das ganze wiederholte sich mehrere male, ehe die Wand der Station durch die Hitze angegriffen wurde, nahe genug daran, hätte man gesehen, wie sich das Metall unter der Hitze erst verfärbte, ein surrealer Farbschauer lief von den heißesten Bereichen auf die kühleren Stellen zu. Zuerst gelb, mehrere Farben durchlaufend zu Grau. Direkt über der Lava zeigte sich ein rotes schimmern, das immer heller wurde, bis das Material flüssig wurde und in die Lava einsank.

Das Leck ermöglichte der Lava, ins innere einzudringen, anfangs nur wenig, dann immer mehr, je mehr Metall schmolz. Das große Gewicht des flüssigen Gesteins zwang die gesamte Anlage in eine leichte Schräglage, immer weiter kippte die Station, je mehr sich die Lava in ihr inneres fraß, je mehr des Metalls schmolz desto tiefer schien sie gleichzeitig in der Lava einzusinken. Im inneren drang die Lava in die tiefer gelegenen Decks vor, schmolz sich unter dem Zug der Gravitation immer weiter nach unten bis zum Fundament. Da es aus einem stärkeren Metall mit doppelter Wandstärke bestand, bot es der Lava eine längere Zeit Widerstand, doch als es unter der gewaltigen Hitze weich wurde, verlor das Gewicht der Lava seinen Einfluss, kippte die Station wieder zurück in die Ausgangslage. Der Aufprall ließ Lava aufspritzen, lose Fellsen sprangen über die Oberfläche, Staub wallte in gewaltigen Wolken auf und eine Erschütterung durchdrang den Planeten, welche noch auf dem abgelegensten Punkt der Oberfläche hätte angemessen werden können, wäre dieser nicht bereits von der Lava überflutet gewesen.

Der Staub verteilte sich in der Atmosphäre, zusammen mit vulkanischen Gasen verdeckte er die direkte Sicht auf das ganze.
Es gab hier nichts mehr zu sehen, ich hatte getan, was ich konnte, mehr sogar, meinte ich. Nun wandte ich mich ab, beschleunigte mein Schiff, verließ das System und suchte die nächst gelegene Werft auf.
Ich hatte hier sehr viel Zeit verbracht, meine Geduld war extrem strapaziert, ich wollte endlich zum Zentrum der Galaxie, ich wollte zu meiner großen Reise aufbrechen.
Zuvor musste ich aber mein Schiff dafür umrüsten.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

#56

In der Coriolis-Station ein paar Systeme weiter angekommen, ließ ich sofort die Passagierkabinen ausbauen und einlagern.
Dann beauftragte ich die Wartungstechniker, das Schiff komplett durch zu checken. Auch wenn ich wusste, daß sie nicht mehr täten, als alles durchzumessen und anhand der Daten ihre Wartung vor zu nehmen, so war mir doch klar, daß ich dem Schiff in letzter Zeit viel abverlangt hatte, die Atmosphäre, der vulkanische Staub, Lavabrocken und alles andere hatten Spuren hinterlassen, diese wollte ich beseitigt wissen.

In der Zwischenzeit ging ich den Bestand an Modulen durch, der mir hier angeboten wurde.
Eine automatische Feldwartung, der größtmögliche Fuelscoop, ein Hangar für Planetenfahrzeuge samt zwei SRV, sowie ein erweiterter Detailscanner, alles das kaufte ich und ließ es in das Schiff einbauen.
Danach suchte ich die Einkaufsdecks der Station auf, kaufte Lebensmittel, Getränke, Toilettenpapier und -artikel, sowie alles andere, was man auf so einer langen Reise brauchte, soviel die Lager meines Schiffes fassen konnten.
Die Zulieferung und Einlagerung bestellte ich als Express-Auftrag, rücksichtslos gab ich die Credits aus, die ich bei der Rettung verdient hatte. Auf der Reise würde ich sie nicht brauchen, und bei der Rückkehr würde mein Speicher eine große Menge Daten enthalten, die ich verkaufen konnte.
Gerade wollte ich mich an den Rückweg zu meinem Schiff begeben, als mir eine Werbetafel ins Auge sprang.


„Luxus auf Langstreckenreisen ohne Reichweitenverlust“

Stand da über einem einladenden Eingang geschrieben.
Und darunter noch:


„Einbau in jedes Schiff ab mittlerer Größe beim zuverlässigen Remoh“



Neugierig geworden betrat ich den Laden. Er war fast leer nur an einer Seite ein Tisch mit Raumschiffsmodellen, auf der dem Schott gegenüberliegenden Seite stand eine kleine Theke, dahinter stand ein großer Mann in einem grauen Pilotenanzug, darüber trug er eine blaue Latzhose, aus deren Taschen verschiedene Werkzeuge heraus ragten.
Immer hereinspaziert, rief er mir winkend zu, wenn Sie Komfort auf Reisen suchen, sind Sie hier beim zuverlässigen Remoh goldrichtig. Ich bin übrigens Remoh, zwinkerte er mir zu.
Ja Ihr Schild hat mich tatsächlich neugierig gemacht, ich plane gerade eine Reise ins Zentrum der Galaxie, was könnten Sie mir da denn so anbieten?
Ohaa, Sie sind ein Mann mit großen Zielen, das hab ich gleich gesehen, was für ein Schiff nehmen sie denn für die Reise? Wenn sie die Bezeichnung nicht kennen, da stehen Modelle von allem wo wir was einbauen können.
Ich stutzte, wieso sollte ich nicht wissen, wie mein Schiff bezeichnet wird?
Ach, keine böse Absicht Sir, aber so was gibt es tatsächlich, nicht daß ich das bei Ihnen vermuten würde, er zwinkerte mir zu, aber es kommt vor. Also was fliegen Sie denn?
Eine Anaconda. Ich wollte jetzt nicht unnötig Zeit verlieren, also kam ich gleich zur Sache.
Er bließ kurz die Backen auf. Woahh, Sie klotzen gleich und kleckern nicht, was größeres gibt’s für so eine Reise wirklich nicht. Respekt.
Danke, aber was könnten Sie nun für mich tun. Ich bin etwas in Eile und will so schnell als möglich aufbrechen.
Wieder blies er die Backen auf. Mhhh, in Eile, sagen Sie? Nun um es kurz zu machen, wir bauen die normale Einrichtung ihrer Kabine, Küche, Klima- und Hygienebereich aus und ersetzen alles durch Teile die wir aus Luxuskabinen heraus bauen. Dadurch haben Sie den größtmöglichen Luxus an Bord, verlieren aber nicht an Sprungreichweite, da die Einzelteile ohne die darum herum liegende Kabine kaum mehr wiegen als das was an Bord jedes Schiffes standardmäßig eingebaut ist.
Und normalerweise sind wir auf Wochen im Voraus ausgebucht, aber ich sage Ihnen, Sie haben Glück, gerade hat ein reicher Schnösel abgesagt. Naja,
er zwinkerte mir wieder zu, das hat eigentlich die Polizei für ihn getan.Er kann nämlich nicht kommen, weil sein Schiff beschlagnahmt wurde, er hätte beim Flug hierher halt nichts illegales haben dürfen.
Naja, egal, ich hab grad einen leeren Auftragsslot, die notwendige Kabine in passender Größe ist auch schon da,
ein weiteres Zwinkern, so was muss ich auch Tage vorher bestellen. Wenn sie ja sagen, legen wir sofort los.
Hm, das klingt gut, aber was kostet mich der Spaß eigentlich?
Ah, natürlich, natürlich. Er zog ein Pad unter dem Tisch hervor, begann murmelnd zu tippen.
Kabine... mhhhh Credits.
Techniker, Ingenieure, Hilfskräfte nnnnhhhh Credits.
Zeitaufwand, Entsorgung und so weiter, mmmmm Credits.
Steuer, aahrggh Credits.
Macht summa summarum 4.384.654 Credits.

Ich nickte kurz, so geheimnisvoll wie er gerade getan hatte, hätte ich mit mehr gerechnet, doch die Summe hatte ich locker.
Einverstanden, wenn Sie gleich anfangen könnten und nicht länger brauchen als die restliche Wartungscrew, würde ich noch mit dem Trinkgeld auf 4.4 Millionen aufrunden.
Ahh, ein Ehrenmann, ich wusste es, wusste ich. Er reichte mir seine Hand über den Tresen, ich griff zu und schüttelte sie. Wir waren im Geschäft.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

#57

Zwei Tage lang war das Schiff umgeben von Personal für Reinigung, Lackierung und alles andere, Techniker, Ingenieure und Hilfskräfte schwirrten in und außerhalb meines Schiffes herum. Dazu wuselte ich überall mit herum und hatte ein Auge auf alles. Remoh´s Crew für den Luxuseinbau war von dem Stationspersonal leicht zu unterscheiden, da sie alle blaue Latzhosen trugen.
Sie arbeiteten von allen am schnellsten und hatten dabei noch fröhliche Lieder auf den Lippen. Egal wo ich mich in meinem Schiff gerade bewegte, überall war jemand am Singen, hämmern, schrauben und was sonst noch alles zu tun war.
Offen gesagt war ich skeptisch, ob sie alle rechtzeitig fertig würden, mehr als einmal musste gerade Remo´s Crew etwas umbauen, improvisieren, ich hatte es nicht erwähnt, aber sie merkten sicher selbst, dass meine Anaconda nicht ganz den üblichen Standards entsprach, hin und wieder konnte man einen von ihnen sein Lied unterbrechen und ein paar verwunderte Worte rufen hören. Doch sie gaben nicht auf, ihnen allen schien der unbeugsame Wille zu eigen, ihre Arbeit bestmöglich auszuführen.

Letztendlich war Remoh´s Arbeit 10 Minuten früher beendet, als die Standardwartung. Stolz kam er zu mir hinter sich alle seine Leute und übergab mir die Rechnung samt einem Prüfprotokoll, das bewies, dass alle Einbauten ordnungsgemäß funktionierten. Ich zückte die Creditkarte, welche ich mir zwischenzeitlich hatte ausstellen lassen und beglich an Ort und Stelle die fällige Zahlung, legte noch das großzügige Trinkgeld darauf und eine glückliche Crew samt Chef rückte singend ab.
Die anderen Zahlungen hatte ich stationsüblich im Voraus gezahlt. Auch von dieser Seite wurde mir ein Protokoll übergeben, aus dem sich der bestmögliche Zustand meines Schiffes ablesen ließ.
Auch hier übergab ich noch ein großzügiges Trinkgeld, diesmal aber in Bar.
Auch wenn sie nicht sangen, rückten sämtliche Leute glücklich ab.
Nun war ich allein mit meinem Schiff im Hangar, alles war vorbereitet, das Schiff bestmöglich ausgerüstet. Ich war nicht mehr zu bremsen, sofort stürmte ich an Bord, verschloss und sicherte noch vor Ort die Schleuse, eilte in den Pilotensitz, ließ das Schiff sofort nach oben fahren und forderte die Startfreigabe an.
Alpha Lima Alpha Faulcon DeLacy – Sie haben Startfreigabe.
Glücklich startete ich das Schiff, verließ die Station und stellte fest, ich hatte noch gar keinen Kurs programmiert.
Egal, ich ließ das Schiff mit hoher Geschwindigkeit Distanz zur Station aufbauen, achtete darauf, dass keine anderen Schiffe im Weg waren und ging in die Karte. Erst mal raus aus der Zivilisation, dachte ich, und programmierte einen Kurs zu einem G-Stern in ca. 5000 Lichtjahren Entfernung, dieser befand sich dazu noch etwa 200 Lichtjahre unterhalb der Nullebene.
Der Kurs wurde angezeigt, der erste Stern auf der Route erschien im HUD markiert. Ich visierte ihn an, gab Vollschub, genoss das kraftvolle donnern der Triebwerke und löste den Sprung aus.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

#58

Die ersten paar Systeme passierte ich in Höchstgeschwindigkeit, nahm mir nur die notwendige Zeit, am Stern nachzutanken, wenn es möglich war und machte derweil den Honk.
Dies war noch Grenzgebiet der Bubble, hier waren noch Schiffe unterwegs, fand sich der eine oder andere kleine Außenposten, manche waren verlassen, aufgegeben wegen Unrentabilität, Unfällen oder Einsamkeit.
Erst nachdem ich mehr als hundert Lichtjahre überwunden hatte, fand ich das erste völlig unbekannte System.

Ein kleiner, tiefroter L-Stern strahlte sanft ein warmes Licht auf sieben faszinierende, kleine Himmelskörper – jeder einzigartig in seiner stillen Schönheit. Obwohl hier kein Leben oder wertvolle Rohstoffe zu finden sind, strahlt dieses System eine besondere Ruhe und Magie aus. Für mich ist es ein Ort voller Bedeutung, denn es war das allererste System, das ich vor jedem anderen Menschen erkundet habe. Es war mein erster Schritt in die unendliche Weite des Universums, mein persönlicher Anfang einer unglaublichen Reise.
Nach dem Scannen flog ich zu dem ersten Planeten, bewunderte seine Details mit großer Sorgfalt. Dann setzte ich zur Landung an, voller Neugier und Vorfreude, meinen Fund aus nächster Nähe zu erleben – egal, wie wertlos er erscheinen mag. Für mich war jeder Moment hier kostbar, jeder Blick ein kleines Wunder.
Langsam steuerte ich mein Schiff nahe dem Terminator, knapp über die Oberfläche, suchte mir einen besonderen Platz und landete behutsam. Die Triebwerke verstummten, und in der Stille spürte ich die Ruhe und den Zauber dieses Ortes. Abgesehen von den sanften Geräuschen der Lebenserhaltung war alles still und friedlich.
Aus dem Cockpit blickte ich auf eine staubige, von Felsen und Steinen durchzogene Landschaft, die in den warmen Rottönen des Sonnenuntergangs leuchtete. Hier und da zeichnete ein Riss im Boden die Geschichte des Planeten nach, während am Horizont majestätische Gebirge lange Schatten warfen – alles in einem faszinierenden, fremden Licht. Es war eine Szene voller Schönheit und Geheimnis, die mich tief berührte.
Ich wechselte in meinen Artemis-Raumanzug, trat in die Schleuse und schließlich hinaus – und stand auf dem ersten Planeten, den ich selbst entdeckt hatte. Ein unbeschreibliches Gefühl von Stolz, Freude und Freiheit erfüllte mich. Ich ging einige Schritte von meinem Schiff weg, sah mich um und spürte die Magie des Unbekannten, das vor mir lag.
Hier, in diesem Moment, erlebte ich die wahre Freiheit: Ich konnte gehen, wohin ich wollte, verweilen oder einfach nur die Wunder des Universums in mich aufnehmen. Keine Zwänge, keine Pflichten, nur das grenzenlose Staunen und die Schönheit des Kosmos. Das war für mich der Beginn einer unvergesslichen Reise voller Hoffnung, Entdeckung und Inspiration.
Ich hatte viel Zeit ich auf dem Planeten verbracht, doch irgendwann war es Zeit, nach Vorne zu sehen, also schleuste ich mich wieder ein, startete das Schiff, hob ab und flog zurück ins All.
Dort aktivierte ich meine Route, visierte den nächsten Stern an. Ein letzter Blick zurück, dann beschleunigte ich und aktivierte den Sprungantrieb.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

#59

Noch waren viele Systeme bereits entdeckt, manche nur zum Teil. Besonders verwundert war ich über Systeme, in denen trotz wertvoller Himmelskörper nur der Stern erkundet war.
Offensichtlich hatte sich dessen Besucher nur sehr kurz aufgehalten, Treibstoff aufgenommen und war sofort weiter gesprungen.
Besonders unglücklich war ich nicht darüber, konnte ich so doch immer noch Neues entdecken.

Tage später war ich über 1000 Lichtjahre weit von der Zivilisation weg, die unentdeckten Systeme wurden häufiger.
Schnell voran kam ich so nicht, aber das war mir nicht wichtig, ich begeisterte mich jedes mal aufs neue, wenn ich einen interessanten Himmelskörper entdeckte.
Auf einem Himmelskörper nahe einem T-Stern fuhr ich bei beinahe Null Grad Kelvin über düster glitzerndes Stickstoffeis, in einem B-Sternsystem schmolzen mir auf kochend heißem Gestein beinahe die Sohlen meines Raumanzuges.

Immer wieder verließ ich meinen direkten Kurs, um zu einem System zu gelangen, welches mir vielversprechend erschien. Nicht immer war dem so, oft war ich enttäuscht, weil ich dort nur einen einsamen Stern vorfand, manchmal waren es Planetenlose Mehrstern-Systeme.

Einige Tage später war ich kaum 100 Lichtjahre weiter gekommen, ich hatte es nicht eilig, die Vorräte im Schiff würden länger reichen, als ich bräuchte um mehr als zweimal die Galaxie zu umrunden.
Das System in dem ich mich gerade befand, gab es eine sehr interessante erdähnliche, beringte Welt. Das besondere war ein Mond, der nicht nur sehr nahe am äußeren Rand des Ringes ihre Bahn zog, die Bahn hatte auch noch eine interessante Neigung.
Einziges Problem, der Planet kreiste nicht um den Primärstern. Der zweite Stern im System war von dem Eintrittspunkt mehr als 400 KLS entfernt.

Viele Piloten hätten hier entschieden, dass der Gewinn den Zeitaufwand nicht wert wäre. Ich jedoch war nicht nur an den Credits interessiert, ich wollte auch neues entdecken, sehen, berühren. Den Himmelskörper unter meinen Füßen spüren. Dafür würde ich den weiten Weg auf mich nehmen, ich richtete das Schiff aus, gab Vollschub und beobachtete wie die Geschwindigkeit langsam zu nahm.
Bei über 100C grummelte mein Magen, ich hatte Hunger.
Kurz dachte ich über meine Möglichkeiten nach, in der Zeit die ich brauchte, um den Planeten zu erreichen, würde ich einen schnellen Imbiss nehmen können, ehr jedoch nicht. Aber wenn ich die Geschwindigkeit reduzierte, hätte ich genügend Zeit, ein nettes Essen vorzubereiten, zu duschen und mit Genuss zu speisen.
Ich kalkulierte, wie schnell ich fliegen musste um 4 Stunden Zeit zu haben, stellte den Schubhebel auf 38% und ging in die Küche.

Die in meiner Bordküche installierten Geräte aus der Luxuskabine waren einfach unglaublich, Obwohl auf dem Schiff nur kryokonservierte Lebensmittel gelagert waren, konnte ich vom Brotautomat frisch aufgeschnittene, lecker gebackene Brotscheiben bekommen, ohne dass der restliche Brotlaib dabei aus der Suspensierung geriet.
Ebenso der Serrano Schinken, der nahe der Null-Kelvin Schwelle gelagert wurde und dennoch bei jedem Schnitt auf der Seite des ganzen Blocks eiskalt blieb. Auf dem Teller lagen dennoch frische und leckere, hauchdünn geschnittene Scheiben. Ich butterte das Brot und sah fasziniert zu wie die Scheiben eine nach der anderen auf dem Teller landeten, wo sie trotz Null-G durch ein leichtes Antistatikfeld gehalten wurden.

Ich belegte mir vier Scheiben Brot mit dem Schinken, holte noch ein paar Essiggurken heraus, stellte alles auf dem Tisch ab, schnupperte noch einmal darüber. Ehe ich genüsslich speisen würde, wollte ich noch duschen und einen frischen Pilotenanzug anlegen.
Natürlich war die Prozedur trotz der Luxuseinrichtung schwierig, aber Hygiene war wichtig. Gerade auf einer langen Reise. Mir war bewusst, dass diese mit jedem Tag in einem hermetisch abgeschlossenen Raumschiff mit aktivem Recycelingkreislauf schwerer aufrecht zu halten war.
Man selbst bemerkte gar nicht, dass der Geruch an Bord sich veränderte.
Am Ende der Reise stieg man auf einer Station aus, und war erstaunt, über die frischeste Luft, die man je geatmet hatte.
Und wehe man ging unmittelbar danach wieder an Bord seines Schiffes...

Nach der Dusche fühlte ich mich viel besser, ich zog mir einen frisch gereinigten Pilotenanzug an, aktivierte die Reinigungsautomatik, wollte mir gerade das Essen holen, als mich der Kollisionsalarm aufschreckte.
So schnell wie möglich eilte ich ins Cockpit, links zog gerade riesig groß die Erdähnliche Welt vorbei,
mein Schiff schrammte rasend schnell knapp über den Brocken des Rings entlang, wodurch der Kollisionsalarm ausgelöst wurde.
Ich eilte zum Pilotensitz, griff zum Schubhebel, wollte ihn gerade zurück auf Null stellen. Er stand auf...? Ich hatte ihn doch auf achtundreissig...? Wieso stand er dann auf 67%? Hatte ich mich vertan?
Verunsichert stellte ich ihn in Nullstellung. Ja so musste es sein, ich hatte wohl bei der Einstellung der Geschwindigkeit mehr Schub gegeben als ich ursprünglich geplant hatte.
Eigentlich hatte ich den Anflug so geplant, dass ich noch in ruhe essen konnte, doch nun war ich eben schon hier, fasziniert sah ich auf den Planeten, den Ring. Dann sah ich den Mond, er stand gerade sehr günstig über dem Ring, wenn ich an der richtigen Stelle landete, konnte ich stundenlang den Planeten bewundern, zusehen wie er langsam über den Horizont wanderte.
Kurzentschlossen flog ich ihn an, setzte zur Landung an und nach dem Abstieg suchte ich mir eine gute Stelle. Mein Schiff stand am Rande eines tiefen Canyons, am Horizont ging gerade der Planet auf. Noch war nur der Ring zu sehen. Schnell holte ich mir mein Essen.
Während ich genüsslich das erste Brot und eine Gurke verspeiste, stieg der Planet immer höher, bald war er ganz zu sehen, nur der Ring war noch ein wenig hinter dem Horizont.
Während ich weiter aß, stieg er immer höher, die Kontinente zogen meine Blicke wie magisch an, ich studierte ihre Form, suchte nach Mustern darin.
Meine Hand tastete nach dem vierten Brot, wo war es nur?, Ich löste widerstrebend meinen Blick von dem Planeten, richtete ihn auf den Teller, er war... leer. Ich hatte doch erst drei Brote gegessen? Oder? Hatte ich in meiner Faszination bereits alle vier Brote gegessen? Ich überlegte hin und her, kam aber zu keiner eindeutigen Antwort.
Nach einer Weile musste ich gähnen, für Heute gab ich es auf, ich würde die Antwort jetzt nicht mehr finden, ich erhob mich, räumte das Geschirr weg, ging in die Hygienezelle, machte mich bettfertig. Schlafen würde ich hier auf dem Mond, egal wie viele Generation der Menschheit bereits im All lebten, an die Schwerelosigkeit waren wir noch lange nicht perfekt angepasst.
Ich kuschelte mich in die Koje, löschte das Licht wälzte mich noch etliche male hin und her, ehe ich schließlich einschlief.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang

#60

Erfrischt wachte ich auf, machte Morgentoilette und ging danach in das Cockpit, für mich war es Morgens, aber der Planet und Mond lagen in tiefer Dunkelheit.
Da es nichts zu sehen gab, suchte ich die Kombüse auf, machte ich mir einen Kaffee, aß ein kleines Frühstück. Nachdem ich fertig war, sah ich wieder im Cockpit nach. Noch immer alles in tiefer Dunkelheit, Zeit aufzubrechen, sagte ich mir, setzte mich in den Pilotensitz, startete das Schiff und entfernte mich vom Mond.
In genügender Höhe peilte ich das nächste System an, und startete den Sprungantrieb. Tief brummend lud das Aggregat auf, der Countdown zählte herunter und das Schiff durchbrach die Schwelle der Raumzeit.

Die nächsten Systeme waren teils uninteressant, manche beschäftigten mich eine Weile.
Langsam aber stetig entfernte ich mich Sprung für Sprung weiter von der Zivilisation und näherte mich dem Zentrum unserer Galaxie, auch wenn es immer noch sehr weit entfernt war.

Ein paar Tage später hatte ich ein Gebiet durch, in dem einige B-Sternsysteme meine Aufmerksamkeit gefordert hatten. Als ich damit fertig war, plante ich einen Kurs über ca. 1000 Lichtjahre Richtung Zentrum. Welche Systeme dabei gewählt wurden, überließ ich dem Computer.
Man konnte ja nie wissen, was hinter dem nächsten Stern auf einen wartete.
Zwei Systeme hatte ich schnell durch, da es in dem einen neben dem -Stern nur drei eisige Welten gab, das andere hatte nur einen F-Stern, keinen einzigen Planet.
Für den nächsten Sprung wurde ein G-Stern als Ziel angegeben, das könnte vielleicht interessant werden, dachte ich.

Als der Sprung endete, erlebte ich eine hitzige Überraschung, im Cockpit wurde es für einen Sekundenbruchteil unerträglich hell, als mein Schiff beim Sprungaustritt durch einen Sekundärstern flog. Tödliche Gefahr bedeutete es nicht, obgleich sie sich am selben ort befanden, waren Schiff und Stern nicht im selben Raum, dies geschah erst zwischen den beiden Sternen.

Kein sehr günstiger Platz für das Ende eines Sprunges, sofort stieg die Hitze im Schiff an, der Alarm ging los. Ich gab reflexartig Schub und riss das Schiff in einen Ausweichkurs. Zu dem heulen des Alarms gesellte sich das Donnern der Triebwerke. Vibrationen liefen durch das Schiff, es bockte unter dem gegensätzlichen Zug der Gravitation beider Sterne. Hörte ich da ein Krachen? Vielleicht, darauf konzentrieren konnte ich mich nicht, ich musste mich erst aus der hitzigen Situation befreien.
Dann erinnert ich ich an die Kühlkörper, aktivierte den Werfer.
Die Hitze wurde abgeleitet, der Alarm endete und ich konnte das Schiff unbeschädigt von den beiden Sternen entfernen.

In genügend großer Entfernung stoppte ich. Das verstummen der Triebwerke erweckte die Illusion von Stille. Das leise säuseln der Klimatisierung und Atemluftaufbereitung, das verhaltene Gurgeln in den diversen Flüssigkeitskreisläufen, ticken und tackern von Relais und anderen Geräten die während des Betriebes eines Schiffes permanent laufen mussten, hörte ich kaum noch, außer ich konzentrierte mich darauf, so wie jetzt, als ich lauschte, ob ich etwas ungewöhnliches vernehmen konnte.
Nichts, alles klang wie immer. Kein Krach, nur vereinzeltes Knistern und Knacken das durch Temperaturschwankungen in der Hülle verursacht wurde.

Ich aktivierte die Diagnoseroutinen, ließ das Schiff vom Computer durch checken.
Nachdem die Diagnostik durch gelaufen war, stand fest, dass keine großen Schäden entstanden waren, die Hülle hatte zwei Prozent eingebüßt, die Frachtluke drei, die internen Module waren bis auf die Lebenserhaltung intakt. Auch hier fehlte nur ein Prozent.
Normalerweise dürfte dies keine Probleme verursachen, dennoch aktivierte ich die internen Testroutinen, welche die korrekte Funktion des Moduls prüften.
Als ich das Ergebnis vor mir auf dem Display sah, pfiff ich erstaunt.

Anscheinend verbrauchte ich mehr Sauerstoff und Wasser. Oder es handelte sich um einen Anzeigefehler der durch die Beschädigung ausgelöst wurde.
Jetzt war ich doch beunruhigt. Die Vorräte an Bord waren zwar sehr großzügig bemessen, aber dennoch nicht unendlich.
Ich musste sicher gehen, dass mir die Ressourcen nicht unterwegs ausgingen. Das sinnvollste war, das Modul wieder in den Bestzustand zu bringen. Während der Reparatur würde es allerdings deaktiviert werden, und ich musste meinen Raumanzug schließen, um atmen zu können.
Eine kleine Unannehmlichkeit, die ich auf mich nehmen würde, besser jedenfalls als unterwegs entweder zu ersticken oder zu verdursten.
Ich schloss meinen Helm, aktivierte das Reparaturmodul, wählte die Lebenserhaltung aus und startete den Vorgang.

Sie deaktivierte sich, Gleichzeitig wurde im Schiff Alarm ausgelöst. Darauf gefasst, blieb ich ruhig.
Die Reparatur konnte nicht lange dauern.
Wenige Minuten später beendete die Feldwartung die Reparatur. Ich deaktivierte sie, schaltete die Lebenserhaltung wieder an. Sie zeigte volle Funktionsbereitschaft, startete sämtliche Systeme, hörbares Rauschen zeigte, dass die Atmosphäre wieder aufbereitet wurde, leises Gurgeln, dass der Wasserkreislauf und Recycling liefen. Alles ging auf grün, ich konnte den Helm deaktivieren.
Tief atmete ich durch, das Schiff roch so wie immer.
Nun sollte auch der Verbrauch wieder normalisiert sein, oder im anderen Fall korrekt angezeigt werden.
Zur Sicherheit startete ich erneut die Diagnoseroutine, wartete gespannt auf das Ergebnis.
Und erstarrte, als der Sauerstoffverbrauch erneut zu hoch war. Der Wasserverbrauch hatte sich ein wenig verringert, war aber ebenfalls höher.

Was war hier los? Bestand die Möglichkeit, dass ich ein Leck hatte und die Ressourcen ins All austraten?
Nein, verwarf ich den Gedanken. Selbst das kleinste Leck wäre von den Sensoren in den Hüllenelementen entdeckt worden und hätte Alarm ausgelöst.
Vielleicht lag es an der Verbindung vom Aggregat zu der Konsole im Cockpit.
Am besten prüfte ich die Daten direkt an der Maschine.

Ich verließ das Cockpit, ging den Hauptgang entlang, bog links ab und wechselte auf die untere Ebene und öffnete dort die Klappe zum Wartungsgang.
Dahinter war es dunkel, ich tastete mit der Hand nach dem Lichtschalter, fand und betätigte ihn.
Der reihe nach leuchteten die Photonenemente auf, freischwebender Staub, aufgewirbelt von schwachen Luftwirbeln, in der Atmosphäre rotierend und driftend, glitzerte im Licht.
Ich kroch durch die Luke, wandte mich nach rechts, ging ein paar Schritte und stieß mit dem Kopf gegen etwas das im Gang schwebte. Der Impuls trieb es von mir weg, sich überschlagend und rotierend trieb ein kleines graues Etwas auf die Wand zu, stieß dagegen, änderte die Richtung und trieb weiter.
Was war das? Ich ging vorsichtig weiter, auf das Teil zu und fischte es aus der Luft.
Es sah aus wie... Porzellan? Die Farbe, der Glanz auf einer der Seiten, umlaufend in einer runden Abschlusskante, an den anderen Seiten eine rauhe und körnige Bruchkante. Ganz wie wenn hier etwas zerbrochen wäre. Das Stück sah aus als würde es zu dem Geschirr gehören, das mit der Luxuskabine geliefert worden war. Echtes Porzellan, sehr teuer und edel. Dazu speziell für den Einsatz in der Schwerelosigkeit dotiert. Nicht sehr praktisch an Bord eines Schiffes, in dem jedes Manöver die unterschiedlichsten Trägheitseffekte auslöste, sollte man meinen.

Darum war für jedes Teil in einem der Schränke auch eine spezielle, gepolsterte Aufnahme vorgesehen, von selbst konnten sie sich nicht dort heraus bewegen. Und ich hatte die Teile des Geschirrs, welche ich benutzt hatte, nach der Reinigung immer wieder dort hinein geräumt. Als ausgebildeter Pilot wusste ich um die Gefahr von losen Gegenständen an Bord, es war also unmöglich, dass etwas davon im Schiff herum trieb. Und erst recht nicht, dass es hier her gelangen konnte, in den verschlossenen Wartungsgang. Wie also kam die Scherbe hier her?
Ich verschob das Rätsel auf später. Zuerst wollte ich wissen, was die Anzeigen an Der Lebenserhaltung aussagten.

Den Gang entlang gehen, an zwei Kreuzungen in die richtige Richtung abbiegen, schon war ich an der Konsole, aktivierte sie, ließ die Diagnose laufen.
Nach kurzer Zeit konnte ich die Gleichen Werte ablesen, die ich im Cockpit erhalten hatte.
Der Verbrauch von Sauerstoff und Wasser war tatsächlich höher, als er sein dürfte.
Damit hatte ich Gewissheit, dass irgendetwas an Bord nicht stimmte. Nur was konnte das sein? Vielleicht ein Konstruktionsfehler? Immerhin war meine Anaconda ein Sonderfall, woher sollte ich wissen, dass die Standardverbrauchswerte hier gültig waren? Vielleicht stand dazu etwas in den Dokumenten des Schiffes, ich würde darin nachsehen müssen.
Durch den Gang ging ich zurück, verschloss ihn, nachdem ich das Licht gelöscht hatte.

Einer Eingebung folgend, ging ich in die Kombüse, öffnete die Schränke mit dem Geschirr.
Ich erstarrte als ich das dritte Fach öffnete, ein Teller fehlte.
Ich nahm einen Teller heraus, hielt die Scherbe daneben, sie passte.

Da stand ich vor dem Schrank, hielt in der einen Hand den Teller, mit der anderen die Scherbe und wälzte einen beängstigenden Gedanken hin und her, doch ich kam zu keinem klaren Ergebnis.
Ich brauchte Gewissheit und eine Sache gab es noch, die ich prüfen konnte.
Schnell stellte ich den Teller zurück in den Schrank und verschloss ihn. Dann eilte ich ins Cockpit.
Dort rief ich noch einmal die Verbrauchsdaten der Lebenserhaltung ab.
Wieder wurde mehr Verbrauch angezeigt, als normal wäre. Die Daten gab ich in den Bordrechner ein, ließ sie hoch rechnen.
Nach kurzer Zeit erschien das Ergebnis. Auf dem Display stand:
An Bord befindliche Personen: 2
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